CANON EOS 350D - DER UMBAU ZUR ASTROKAMERA  


Der größte Nachteil der in der Astro-Szene so beliebten digitalen Spiegelreflexkameras (engl. DSLR, Digital Single Lens Reflex) von Canon ist deren sehr geringe H-α Empfindlichkeit. Diese wird durch den vor dem CMOS (Complementary Metal Oxide Semiconductor) Sensor liegenden UV/IR-Cut Filter verursacht, der für einen optimalen Weißabgleich bei der Tageslichtfotografie benötigt wird. Der interne Filter der Canon EOS 350D zum Beispiel besitzt bei 656nm der Wellenlänge von H-α nur eine Transmission von nur etwas 20%.
Eine sehr kostengünstige Alternative zu dem speziell für astronomische Zwecke entwickleten Sondermodell von Canon, der 20Da, ist daher den Ausbau des Filters in die eigenen Hände zu nehmen. Die Kosten belaufen sich neben der Kamera lediglich auf 75€ für den UV/IR-Sperrfilter von Baader mit in Richtung H-α erweitertem Durchlass. Diesen Filter gibt es auch in speziell für den Umbau zugeschnitter Größe.

Für den Umbau benötigt man ca. 3-4h. Zwei linke Hände sollte man allerdings nicht haben, da sonst der ganze Spaß schnell in einem Horrorszenario enden kann, wenn nach dem Umbau die Kamera nicht mehr funktioniert. Die nachfolgende Dokumentation des Umbaus einer Canon EOS 350D ist daher nicht als Anleitung gedacht. Für Schäden übernehme ich keine Haftung.

Nach Entfernung mehrer Schrauben wurde zunächst das Gehäuse geöffnet. Die Rückwand hackte dabei etwas, konnte jedoch mit einem dünnen flachen Schraubenzieher im Bereich der Knöpfe für Belichtungsmessung und Wahl des Autofokuspunktes leicht aufgehebelt werden.

Um alle Flachbandkabel auf der nun freigelegten Platine entfernen zu können, mußte zunächst das Abschirmblech unterhalb des Sucher entfernt werden, welches mittels sechs Lötstellen befesigt ist. Danach konnten die Klemmungen der neun Flachbankabel vorsichtig gelöst werden.

Zur Enfernung der zuvor freigelegten Platine war es nötig, mit dem Lötkolben einen kleinen Schlitz in das Plastikgehäuse zu schmelzen um die dazu nötige Schraube entfernen zu können. Ich wählte den Lötkolben, da mit einer Feile nur unnötig Staub in das Gehäuse gelangt wäre. Danach lag nun endlich die Rückseite des CMOS Sensors vor mir. Nachdem lösen der relevanten Schrauben konnte nun der Sensor aus dem Gehäuse entnommen werden.

Nach lösen zweier weiterer Schrauben, konnte der Filterhalter samt Filter entfernt werden. Danach wurde der orginal UV/IR Filter mittels eines Skalpelles aus der Halterung herausgetrennt und nach Reinigung von Silikonresten der Ersatzfilter mittles Heißkleber eingeklebt. Schließlich wurden die ganzen Einzelteile in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut.

Bei meinem ersten Umbauprojekt wurde die Kamera zunächst ohne Filter belassen. Die Testaufnahme eines 400 °C heißen Lötkolben nach erfolgreicher Entfernung des UV/IR-Filters aus der Kamera, zeigt deutlich die in Richtung Infrarot erweiterte Empfindlichkeit.


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